Mysterium Salzpapier

<langweilige Vorrede> 

Borut Peterlin war kürzlich mal zu Besuch bei mir. Ein super Typ und kompetenter Fotograf, der wie ich hoffnungslos den archaischen Techniken des 19. Jahrhunderts verfallen ist. Als Geschenk hat er mir einen sehr schönen, „dreckigen“ Salzpapier-Abzug mitgebracht.

Ich experimentiere schon länger mit antiken Verfahren, um Kollodium-Negative auf Papier zu bringen und meine ersten Versuche mit Albumin haben mich wenig begeistert.
Nicht zuletzt bin ich schon auch ein fauler Fotograf und Albumin ist äußerst mühselig – nicht dass die Techniken, die ich praktiziere das nicht wären, aber für mich zu dem Zeitpunkt grade zu mühselig.
Leute wie Borut und ich haben halt das Problem überschäumenden Interesses und man sollte nicht zu viele Fässer auf einmal aufmachen. Ich wollte mich lieber mal auf andere Aspekte und Probleme des Nassplattenkollodium-Verfahrens konzentrieren.
Zwischendurch hab ich mir sogar  das völlig überflüssige Quinn Jacobson Buch „Chemical Pictures“ gekauft – wenn ich Zeit habe, veröffentliche ich gerne mal eine Verriss, dieses lieblos zusammengeschusterten Machwerks. Keine Ahnung, was ihn da geritten hat, sein Nasskollodium-Buch ist wirklich amtlich – aber das? Er verschont den Leser nicht mit Gejammer, wie schwierig und zeitaufwändig das alles ist, wohl aber vergisst(?) er z.B.  zu erwähnen, dass Salzpapier nicht nur gesalzen, sondern auch mit Silbernitrat sensibilisiert werden muss. Wirklich! 

Ein paar gute Anleitungen und Rezepte für dieses gar nicht so schwierige Verfahren findet man (kompetent, komplett, kostenlos und in englischer Sprache) zum Beispiel auf http://www.alternativephotography.com/
oder im Kapitel über POP (Prining Out Paper) im Darkroom Cookbook von Steve Anchell.

Oder –  auf deutsch – hier…
Wer Erfahrung mit alten Verfahren hat, wird sich damit nicht sonderlich schwer tun! 

</langweilige Vorrede>

Langweilige Rede, kurzer Sinn, Salzpapier lässt sich recht einfach herstellen und es funktioniert so:

1. Papier  bei Tageslicht mit einer 2-4%-igen Salzösung beschichten. Entweder (reines) Kochsalz, also Natriumchlorid oder auch Ammoniumchlorid.
Weitere Zusätze geben mehr Kontrolle, sind aber nicht nötig.

2. Bei Schutzlicht mit einer (12%-igen) Silbernitratlösung beschichten, womöglich zweimal.

3. Trocknen lassen.

4. In den Kopierrahmen,  Negativ drauf, in der Sonne auskopieren.

5. Vorwässern, Fixieren, Auswässern.

 

 

 

 

 

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