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4×5″ Kassetten-Umbau

Die erste Ambrotypie im eigenen Studio war ein euphorisierendes Erlebnis.
Vielleicht liegts auch nur an den Kollodium-Dämpfen??

Ich hab die Aufnahme mit einer alten Graflex gemacht (war zu faul, für ein Testbild die Sinar aufzubauen), in einer umgebauten 4×5″ Kassette aus Holz – die lassen sich relativ einfach bearbeiten.
Damit kann man aus jeder Großformat mit Int. Rückteil eine Nassplattenkamera machen.

Die erste hab ich beim „Schlachten“ gekillt. Beim Entfernen der Zwischenwände aus Blech, in die man den Film einschiebt, hab ich ein wenig zuviel Gewalt angewandt und viel Holz rausgerissen. Die Rillen für die Schieber sollten natürlich erhalten bleiben!!
Wär notfalls schon noch gegangen, aber ich hab noch ein paar so alte Dinger aus den 40ern und 50ern rumliegen.
Also hab ich bei der nächsten die Bleche sehr vorsichtig gelöst, in der Mitte etwas eingeknickt und dann rausgezogen.

Dann muss man einen kleinen Intelligenztest in räumlichem Denken lösen:
Eine Seite ist zum Laden, eine zum Belichten zu öffnen.
Wo ist die Fokusebene und wo muss ich das Holz wegschneiden und die kleinen Metallecken reinschlagen?

Nota bene: die Glasplatten kommen von hinten rein, mit der Emulsion nach vorne!
Das heißt, der Anschlag ist die vordere Filmebene.
Alles klar? Keine Angst, man kriegt das hin.

Für die Metall-Ecken haben wir dünnes Metallband genommen.
Ursprünglich wollte ich (wie bei Einzelblatt-Polas) so ein dünnes Lochblech quer über die beiden Schmalseiten legen – da hatte ich aber keines da. Außerdem tragen die Eckchen nicht so auf.

Die hab ich dann noch mit Sekundenkleber fixiert, die Umklappfalze der Kassette ebenfalls (braucht man ja nicht mehr).

Als Andruckfeder hab ich ein kleines, gebogenes Stück Blechband zwischen (Lade-)Schieber und Glas gelegt.
Beim ersten Test hab ichs vergessen, hat nichts ausgemacht, das Kollodium klebt ein bisschen und hält die Platte an den Ecken, solange man keine Wolken oder Mondkrater fotografiert.

So sieht das Ding aus: